Startschuss für ESKIMO

Im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekt ESKIMO dreht sich alles darum, wie die Baustelle von morgen mit Künstlicher Intelligenz unterstützt werden kann.

Am 28.04.2020 wurde das ESKIMO Projekt durch den offiziellen Kick-Off gestartet. Aufgrund der Corona-Krise musste diese erste Veranstaltung durch ein Online Treffen ersetzt werden, der Motivation aller Beteiligten tat dies jedoch keinen Abbruch. Das Akronym ESKIMO steht im Übrigen für „Entwicklung von Systembausteinen der Künstlichen Intelligenz für eine digitale mobile Wertschöpfungskette für die Bauausführung“ und beschreibt damit auch schon sehr gut die Projektziele des vom BMBF geförderten Projekts.

Im Rahmen von ESKIMO sollen drei Projektpiloten entwickelt werden. Die Experten von Open Experience beschäftigen sich dabei mit der automatisierten Unterstützung der technischen Qualitätssicherung. Dabei sollen optische Abweichungen zum Soll-Zustand, also Oberflächenmerkmale wie Beschädigungen, Flecken, Verfärbungen etc. mit Hilfe von Bilderkennungsalgorithmen erkannt werden und zudem strukturelle Unterschiede zum BIM-Modell, wie fehlende oder falsch eingebaute Bauelemente automatisch erfasst werden.

Der Münchner Projektraum-Hersteller PMG leitet im Rahmen des Projekts die Arbeiten am Pilot-Modul zur kaufmännischen Qualitätssicherung. Das Ziel ist es dabei, einen Leistungsabgleich basierend auf dem BIM-Modell und der Realität zu ermitteln. Anhand regelmäßiger Ist-Aufnahmen kann der Zeitpunkt des Einbaus von einzelnen Bauelemente ermittelt und mit der Planung modellbasiert abgeglichen werden. Auch hierbei sollen die neuesten Technologien aus den Bereichen künstliche Intelligenz und Bilderkennung zum Einsatz kommen.

Das dritte Projektmodul wird von der deutsch-französischen IT-Beratung Actimage zusammen mit den Baulogistik-Experten von Frankfurt Economics entwickelt und zielt auf eine Anwendung von modernster Algorithmik im Bereich Baulogistik ab. Hierbei wird der Fokus auf logistische Prozesse inner- und außerhalb der Baustelle gelegt, damit die vorhandenen Ressourcen wie mögliche Lagerplätze und Verfahrenswege möglichst optimal genutzt werden können.

Um diese drei Module verwirklichen zu können, werden im Rahmen von ESKIMO von drei Partnern Basistechnologie-Module entwickelt. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist dabei für die adaptive Erkennung von Bauobjekten aus Bild- und Sensordaten zuständig. Die Wissenschaftler vom Fraunhofer IOSB erstellen ein Basis-Modul zum topologischen Abgleich von BIM-Modell und Realität. Die Hochschule Darmstadt arbeitet an der Echtzeit-Positionsermittlung zur Optimierung der Bauabläufe. Die Technische Universität Darmstadt (TUD) begleitet das Projekt aus der arbeitswissenschaftlichen Perspektive.

Die Projekte werden mit starkem Praxisbezug und Unterstützung der Anwendungspartner Bauunternehmung Karl Gemünden GmbH&Co.KG und Ed. Züblin AG umgesetzt. Dabei ist auch eine aktive Erprobungsphase auf den jeweiligen Pilotbaustellen der Anwendungspartner vorgesehen.

Die Laufzeit des ESKIMO Projekts ist auf zwei Jahre festgelegt. Auf dieser Website werden wir dabei über den gesamten Projektverlauf hinweg über den aktuellen Stand berichten!